Vorbereiten zum Mühlsteinschärfen
Mahlfugen werden ausgehauen
Gattersäge vorbereiten
Holz auf der Lore -- Fotos: Heinz Drost

Ausbildung zum Freiwilligen Müller

Die Zahl der restaurierten und wieder in Betrieb genommenen historischen Mühlen in Niedersachsen und Bremen hat in den vergangenen Jahren erfreulicherweise zugenommen.

Gleichzeitig ist der zunehmende Verlust fachkundiger Wind- und Wassermüller zu beklagen, die noch mit ihrer Mühle gearbeitet und so mittel- bis langfristig ihren Erhalt gesichert haben. Die Garde der „alten Müller“ stirbt weg. Hierdurch geht viel Wissen und Erfahrung um den sachgerechten und sicheren Umgang mit alten Mühlen verloren.

Die Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur das theoretische Wissen um alte Mühlen, Mühlenbau, -betrieb und -technik zu erforschen und zu erhalten. Vielmehr gilt es, dieses Wissen zu vermitteln und interessierte Laien für den Umgang mit historischen Mühlen zu qualifizieren. Erfreulich viele Menschen opfern heute ihre Zeit, um in örtlichen Vereinen oder als persönlicher Betreuer eine Mühle zu erhalten und sie der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mühlenbetrieb ist keine Spielerei!

Gemeinsam mit verschiedenen Volkshochschulen, noch aktiven bzw. gelernten Wind- und Wassermüllern, Mühlenbauern und Mühlentechnikern bietet die Mühlenvereinigung seit einigen Jahren Kurse an, die der Ausbildung zum Freiwilligen Müller / zur Freiwilligen Müllerin dienen. Zu etwa zwei Dritteln bestehen diese Kurse aus der praktischen Tätigkeit an und in einer historischen funktionsfähigen Mühle. Gelehrt werden der sichere Umgang mit der Mühle zu allen Jahreszeiten und unterschiedlichen Witterungsbedingungen.

Zu den Inhalten der 160 Stunden umfassenden Ausbildung gehören:

• Physikalische und technische Grundlagen des Systems Mühle
• Behandlung und Verarbeitung der Rohstoffe (Getreidekunde)
• Mühlen und Müller in Gesellschaft und Geschichte
• Unfallverhütung und Arbeitsschutz in und an der Mühle
• Wetterkunde - Windrecht - Wasserrecht
• Pflege, Wartung und Reparaturen
• Geschichtliche Hintergründe

Die Kurse finden an Wochenenden statt, die Kursdauer beträgt etwa ein Jahr.

Am Ende steht die Prüfung vor ausgewählten und fachkundigen Vertretern der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen e.V. (u. a. ausgebildete Müllermeister). Bei erfolgreicher Prüfung erhält der Kursteilnehmer ein Zertifikat, das ihm bescheinigt, Kenntnisse und Fähigkeiten zur sicheren Bedienung einer Wind- oder Wassermühle in einer theoretischen und praktischen Prüfung nachgewiesen zu haben.

Die Mühlenvereinigung bietet weiterhin Fortbildungskurse mit unterschiedlichen Schwerpunkten an, z. B. zum sicheren Umgang mit Sägegattern oder zum fachgerechten Schärfen der Mühlsteine.

Innerhalb der Mühlenvereinigung hat sich die Arbeitsgruppe der Freiwilligen Müller konstituiert, die durch regelmäßige Treffen und Exkursionen den Erfahrungs- und Informationsaustausch unter den Freiwilligen Müllern fördert sowie Möglichkeiten zur Weiterbildung anbietet.

Es sind schon über 300 Freiwillige Müller ausgebildet worden

Grundsätze der AG Freiwillige Müller (PDF)

Ansprechpartner:
Heinz Drost
Begonienweg 5
26419 Schortens
Telefon: 04423 - 6433
e-Mail: Heinz Drost

Kursangebote, Termine der Freiwilligen Müller usw. werden in der Rubrik Aktuelles bekannt gegeben und können darüber hinaus bei Heinz Drost erfragt werden.